Stuttgart 2003

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"Diese Begegnung lässt mir eine Ehre zuteil werden,

die in meinem Universum ganz und gar einmalig ist"

(Sylvia Fine in Die Nanny)

Ein Forumtreffen? Ein Treffen mit Leuten, die man im Internet kennen gelernt hat? Das kann ja nix werden. Das sind doch alles nur so Übriggebliebene. Leute, die sich hinter ihren Nicknames verbergen und nur anonym ganz groß sind.

Das mag auch stimmen, wenn das Thema des Forums solch ein weltumspannendes wie "Ü-40" ist. Wenn das Alter das einzige Kriterium zum Mitmachen ist. Ich hatte nichts weiter vor und so bin ich mit meiner damaligen Arbeitskollegin Ilka, die sich seit einigen Wochen in solch einem Forum rumtreibt, dann aber doch mal mitgefahren. Das Treffen sollte in Köln stattfinden und ich dachte, in Köln ist immer was los, wenn die Leute so sind, wie ich denke, dann braucht man ja nur um die Ecke und in die nächste Kneipe.

Es kam dann aber noch viel schlimmer. Was uns da erwartete, war direkt einem Horrorkabinett entsprungen; die hier auftauchten, mussten einfach Statisten einer Geisterbahn sein, anders konnte ich mir das nicht erklären. Da lief aber auch gar kein "normaler" Mensch herum: zu klein, zu groß, zu hässlich, zu doof, zu pickelig, zu geschmacklos, zu dick oder zu dünn. Irgendwas war immer. Nicht, dass mich jetzt jemand für oberflächlich hält, aber das geistige Niveau war entsprechend. Wer einmal die Gespräche in einem von einem Internetanbieter eingerichteten Chat verfolgt hat, der weiß, worüber man sich hier unterhalten hat.

Und wie die sich alle freuten sich zu sehen, dabei kannten die sich überhaupt nicht. Die haben sich sogar über mich gefreut, was dann aber immer abrupt endete, wenn ich erklärte, dass ich gar keiner von ihnen bin. Eine ist sogar extra aus Hamburg angereist und hat wie wild fotografiert. Sie hat Fotos von Leuten gemacht, die sie noch nie zuvor gesehen hat und deren wirkliche Namen sie gar nicht kennt.

Selbst Ilka, die sich auf dieses Treffen so gefreut hatte, hatte schnell durchschaut, dass sie es hier nur mit Deppen zu tun hatte. Wir sind dann ziemlich früh wieder nach Hause gefahren.

Bemerkenswert ist, dass ich die einzige war, die das Kriterium erfüllte: ich war die einzige über vierzig. Alle übrigen waren deutlich jünger.

 

Und irgendwann lernte ich Volker kennen. Und Volker wollte sich mit Leuten treffen, die er im Internet kennen gelernt hat. Und er wollte, dass ich mitkomme. Na klasse! Schon wieder so ein vorprogrammierter Reinfall - dachte ich.

Mein "erstes Mal" war Stammtischtreffen am Diemelseean der Hohensyburg, die von mir aus nicht allzu weit entfernt ist und wo wir daher nicht so angebunden waren. Was heißen soll, wir können schnell und unauffällig verschwinden, falls es uns nicht gefallen sollte.

(Sind wir aber nicht J).

Dass es mir gefallen hat, zeigt die Tatsache, dass ich gleich anschließend die Christa (nein, nicht die von der Post) im Forum geworden bin und mich dort gerne an allen "unverfänglichen" (weil unamerikanischen) Themen beteilige und bei weiteren Treffen nicht mehr überredet äh überzeugt werden muss.

In Bochum konnte ich leider nicht dabei sein und am Diemelsee nur am ersten Tag, dafür durfte ich Stuttgart am vergangenen Wochenende in voller Länge genießen.

Das verlängerte Wochenende war ja ideal für den doch etwas weiteren Weg nach Baden-Württemberg. Im Nachhinein würden wir nur nicht erst Freitag Früh, sondern viel lieber schon Donnerstag Abend anreisen. Denn außer uns hatten wohl doch noch ein paar andere Leute geplant, an diesem Tag gen Süden zu fahren.

Volker TU 144 - Concordskiist um halb acht in Bochum los um mich in Ennepetal abzuholen. Wir hatten uns an der Raststätte Siegerland mit Rita und Kalle zum Frühstück verabredet und sind von dort aus gemeinsam weiter gefahren. Oder vielleicht sollte ich lieber sagen, wir haben gemeinsam gestanden, das trifft's nämlich besser. So schönes Wetter, und wir stehen in irgendwelchen Staus 'rum.

Die einzige Abwechslung unterwegs war das Technik Museum Sinsheim, weil man im Vorbeifahren ein Flugzeug, das wie eine Concorde aussah, sehen konnte.

Nämlich die Concordski, die TU - 144 , wenn auch nur kurz.. 

Doch endlich haben wir Stuttgart erreicht, und als Volker meinte, gegen drei Uhr müssten wir am Hotel sein, hat er nicht mit dem innerstädtischen Verkehr gerechnet, die Innenstadt war geknüppelt voll mit Fahrzeugen und Menschen, die zur 158. Cannschatter Wasen wollten.

Kalle's Navigantionssystem, von ihm Rita - Uli - Nirschi - Kalleliebevoll "diese bekloppte Tante" genannt, ging dank des Irak-Krieges ein bisschen schleppend (die haben die Satelliten immer noch nicht wieder zurückgestellt), und er schimpfte, weil es uns mitten in den Trubel geführt hatte. Aber nach einem kleinen Verfahrer - wir sind doch glatt an unserem Hotel vorbei, ohne es zu bemerken - waren wir endlich da und hatten somit den Rekord gebrochen: 430 km in 9 Stunden.

Günter Werner - Lal@ - Hans - Traude(ohne H), mit dem Sonderzug aus Ost- oder Westkappeln (liegen rechts oder links vom Aschenbecher, je nach dem) gekommen, und die Nirschis, quasi von gleich um die Ecke, warteten schon, und kurz nach uns kamen Susanne und das ?, das sich als Erny herausstellte, die erst am Nachmittag im Sauerland gestartet waren. Manuela & Holger waren clevererweise schon am Vortag angereist und übernachteten bei Peter & Nicole, unseren Gastgebern. Und mit Traude & Hannes aus Wien waren wir komplett.

 

 

Zuerst war Kennenlernen angesagt, im Foyer des Hotels, dann machten wir uns auf den Weg zur Weinstube, wo wir einen äußerst unterhaltsamen Abend verbrachten, und zwar schon mit fast allen, die kommen wollten, obwohl das eigentliche Treffen ja erst am Samstag sein sollte.

Peter - Ela - Holger - Traude - Günter - Susanne - Uli

Nicole - Peter - Ela - Holger - Traude - Bedienung

   

Mir habbe so komische Sache gegessche, wie Kartoffelsalat, der mit Brühe gemacht wurde, geschmälzte Maultasche, Rädle, Pärle, Saiten, Wengerterbraten oder Schäufele. Nur an die Kutteln hat sisch komischerweise koiner rangetraut.

Ob dasch jetscht an Chrischtas Poschting mit dem erläuternden Bildmaterial lag, lässcht sich nich mehr nachvollziehe.

Nicole - Peter - Ela - Holger

Uli - Lal@ - Werner - Nirschi

Günter ohne H

 Wie lange wir gegesche, getrunke, gequasselt und gefeiert haben, weiß keiner mehr so genau, also : Besser gehtsch nimma....

Jedde hat scho vom "Weißwurscht-Äquator" gehört, dasch esch aber ooch enne natürlche Grenz für'n lecker Pilsken gibt, isch dagegge eher unbekaant. Un so wunnert misch heut net meh, dasch mir irgenennes von den Bieren net bekomme ischt und isch am aonner Tach mit Koppschmeze und Übelkeit wach wurde. Wenn aan Bier a scho "Tannenzapfen" heeßt.....

Den geplanten Besuch in der Sektkellerei Kessler, der älteschten Deutschlands, haben Volker und ich daher besser ausgelassen und statt dessen lieber ein bisschen Schlaf nachgeholt. Aber am Nachmittag waren wir dann wieder dabei.

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Um 13 Ab ins MuseumUhr war dann wieder Treffen im Hotel, anschließend nutzten Traude & Hannes ihren Auslandsaufenthalt, um sich die Stadt anzusehen, Nicole ging mit Manuela und Günter ins Weinbau- und der Rest mit Peter ins Daimler-Museum.

Vor dem Hoteleingang ist gleich eine Straßenbahnhaltestelle, an der wir eine Bahn ohne uns fahren lassen mussten, weil der Fahrkartenautomat nicht schnell genug war, aber anschließend kamen wir zügig in's Zentrum.

Dort hätten wir eigentlich umsteigen müssen, die Bahnen zum Museum waren aber mit Fußballfans so brechend voll, dass wir lieber zu Fuß gegangen sind. Der Weg führte uns mitten über die Wasen, die zu diesem Zeitpunkt noch erträglich gefüllt war und wir uns infolgedessen nicht durch irgendwelche Menschenmassen quetschen mussten. Dort schmeckte den meisten der halbe Meter Bratwurst und den Nirschis schon wieder ein Bier. Mir war immer noch üövel und ich mümmelte nur ein bisschen trocken Brot.

Nirschi & Werner

Susanne & Erny

Auf den Bildern ist nicht zu erkennen, wie lang die Würste waren, weil sie 3 mal geknickt werden mussten, bis sie ins Brötchen passten.

Alle waren jetzt so gestärkt, das sie den wave-langen Marsch zum Museum überlebt haben.

Auf dem Weg zum MuseumVorbei am Gottlieb Daimler Stadion,dem Strom der Fans ausweichend, ging's zu einem Bus, der uns auf's Mercedes Werksgelände brachte. Zu Fuß kommt man nicht rein, Filmen und Fotografieren ist auch erst erlaubt, wenn man im Museum ist, man könnte ja ein Spion sein, der knipst, dass ein Golf vor einem Eingang steht.

 

 

 

 

Das Mercedes Benz Museum hat mir gut gefallen, es ist nicht so groß, dass man sich verlaufen oder verlieren kann und es stehen dort eine Menge wirklich toller Autos; die zu ihrer Zeit noch respektvoll Automobile genannt wurden. Hätte ich mir eins aussuchen dürfen, hätt' ich mich wirklich nicht entscheiden können. Bei den Herren der Schöpfung war die Wahl offensichtlich etwas einfacher, je mehr Schwierigkeiten es ihnen am Morgen bereitet, ihre Schuhe zuzubinden, desto flügeltüriger war ihr Traum in Auto. Dass sie aber auch immer so den Bezug zur Realität verlieren, ist schon erstaunlich.

Vom ersten Automobil von 1886 bis zu den allerneuesten Formel 1-Rennwagen war alles ausgestellt, was hauptsächlich Männern Spaß macht.

Ca. 10 Minuten nach der Erfindung des Automobils wurden ja schon die ersten Rennen gefahren, endlich gab es wieder ein neues Spielzeug.

Bei dem merkwürdigen Gefährt links war Volker so damit beschäftigt, es halbwegs vernünftig aufs Bild zu bekommen, das er vergessen hat, wie das Ding heisst und wofür es gut sein sollte. Sieht jedenfalls klasse aus...

1952 Mercedes-Benz 300 SL Panamericana

1936 Mercedes-Benz 540 K Cabriolet B

Wer war eigentlich Oskar Karlweiss ?

Wir sind dort rechtzeitig vor dem Ende des Fußballspiels wieder aufgebrochen, um nicht wieder den ganzen Weg zurück laufen zu müssen. Im Stadion herrschte eine tolle Stimmung, und den Fußballkennern unter uns war klar, dass Köln, kam, sah und ohne Sieg nach Hause fahren würde. Na ja, sind sie dann ja irgendwie auch.

Fazit : Ein Museumsbesuch lohnt sich auf jeden Fall, der Eintritt ist frei, man bekommt ein Gerät, das einem in jeder Sprache, die man hören will, erzählt, was mit dem Wagen, vor dem man gerade steht, los ist oder war, und wer Hunger hat, braucht keine überteuerten Preise für einen Snack oder Kaffe und Kuchen bezahlen.

Um die Bundesligaergebnisse zu erfahren, schoben die Jungs gleich in die Hotelbar ab, in der "zufälligerweise" Happy Hour war.

Diese Gelegenheit wurde natürlich gleich beim Schopf gepackt und so wurde ein Piña Colada - Margerita - Long Island Ice Tea - Cuba Libre und irgendetwas leuchtend rotes für Erny probiert. Ich hab's bei einem Tee belassen.

Anschließend überfielen wir gemeinsam das Lokal von gestern Abend.

Susanne & Uli

Die Nirschis

Zum Abendessen trafen wir auf den "weinseeligen" Rest und die drei Neuankömmlinge AnkeManni und Daniel. Es ging bedeutend ruhiger zu als gestern, die Luft war raus und alle waren müde vom Laufen. So wurde nur ein bisschen gefachsimpelt. Für einige scheint das Treffen, trotz des sonst so herzlichen Umgangs miteinander, nicht mehr als eine reine Informationsquelle geblieben zu sein.

Kalle, der seine Tage bis zur Pensionierung zählt und befürchtet, die Rente würde nicht reichen, ließ im Laufe des Abends mehrmals vergeblich seinen Hut rumgehen, bis doch endlich jemand Erbarmen mit dem Armen zeigte, und diesen mit ein paar Zierkürbissen von der Tischdekoration füllte.

Erny - Uli - Lal@

Hans - Traude - Manni - Anke - Ela - Nicole - Holger - Susanne - Erny  - Günter

Traude & Hans

Günter & Daniel

Anke - Ela - Nicole - Holger

 

Susanne - Erny - Uli - Lal@

Keine Namen mehr

Auf dem Weg zurück ins Hotel stellte Günter mit Erschrecken fest, dass er bei diesem Treffen nicht ein einziges Mal betrunken war. Müssen wir uns jetzt Sorgen um dich machen? Ich hoffe doch, dass es dir trotzdem gefallen hat J.

Noch ein Fazit: Die Stammtisch-Mitglieder haben sich durch ihre gemeinsame Vorliebe für ein Urlaubsziel gefunden, sind aber über dieses Stadium weit hinausgewachsen.

Holger - Arizona

Oder wie Holger es ausdrückte:   

Es ist inzwischen weit mehr als "nur" ein Treffen mit USA Fans,

es ist ein Treffen mit Freunden.

(Arizona)

 

Dem gibt es nichts hinzuzufügen

 

 

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Rita, Nicole, Peter, Ela

Peter - Hannes, Traude, Manni, Anke

Nirschi, Kalle, Rita - Uli

Werner, Nirschi, Holger, Ela

 

 

 

 

 

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